Prinz Heinrich war ein begeisterter und gut ausgebildeter Musikliebhaber. Mit Beginn seiner selbständigen Hofhaltung begründete er eine eigene Kapelle, die vor allem aus talentierten Bediensteten und Mitgliedern seines Infanterieregiments bestand. Schon in den Sommermonaten der 1750er Jahre wurden in Rheinsberg Divertissements, Ballette, Pantomimen und musikalische Komödien aufgeführt. Später kamen Tragödien und große Opern dazu. Anfangs genügten dafür der Spiegelsaal im Schloss und das Heckentheater im Garten. 1763 wurde im stadtseitigen Flügel des Kavalierhauses ein kleiner Theatersaal eingerichtet, der kurz darauf vergrößert wurde. 1771 bis 1774 ließ Prinz Heinrich dann ein neues Schauspielhaus (heute Schlosstheater) errichten. Bemerkenswert war, dass die Bühne mit 17 m Länge, 13 m Breite und 9 m Höhe bis zum Schnürboden deutlich mehr Platz als der Zuschauerraum mit etwa 150 Plätzen einnahm. Eine für barocke Hoftheater übliche Herrschaftsloge im Rang gegenüber der Bühne gab es nicht. Heinrichs Loge befand sich neben der Bühne und darunter konnte er durch ein Guckloch das Geschehen auf der Bühne verfolgen und auch eingreifen. Der Rang stand dem Personal und auch Rheinsberger Bürgern kostenfrei zur Verfügung. Nach Heinrichs Tod und Auflösung des Hofes verlor das Theater seine Grundlage und verfiel. 1899 beschreibt der Königliche Hofgärtner Gottgetreu, dass das Theater nicht mehr zugänglich ist. Nach 200jähriger Spielplanpause wurde das Theater am 30. Dezember 1999 wieder eingeweiht und ist heute aus der Rheinsberger Kulturlandschaft nicht mehr wegzudenken.
Anlässlich des 300. Geburtstags des Prinzen Heinrich von Preußen laden der Verein Stadtgeschichte Rheinsberg e.V. und die Musikkultur Rheinsberg gemeinsam ein, mehr über Prinz Heinrich als Förderer der Künste am Rheinsberger Musenhof zu erfahren und seinem Geist im historischen Ambiente nachzuspüren. Der Eintritt ist frei.
H300 ist ein Projekt initiiert von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.
Mehr Infos: https://stadtgeschichte-rheinsberg.de/